ÜBER DIE AKTIVIERUNG UNSERER SAMMLUNG

Unsere Sammelpraxis und Aktivierung bot uns nicht nur die Möglichkeit, Aussagen unserer Interviewpartner*innen nachzuvollziehen, sondern auch eigene Erfahrungen und Entdeckungen zu machen; uns unser eigenes praktisches Sammelwissen und Sammelerfahrung anzueignen.

 

Unsere Videos und Fotografien verfolgen gleichzeitig eine dokumentarische und eine ästhetisch-künstlerische Absicht. Als Dokumentation unserer vergänglichen Handlungen mit der Sammlung zeigen sie auf, wie wir mit (Teilen) der Sammlung hantieren – wie wir Ordnungen erstellen, Zusammentreffen inszenieren, Gemeinsamkeiten und Unterschiede suchen, Qualitäten zeigen, Funktionen in Aktion bringen – und welche Situationen nach der Handlung vorliegen. 

 

Die spezifischen Möglichkeiten von Video und Fotografie als Arbeitsmittel haben uns neue Ansätze eröffnet, wie sich unsere Objekte erfahren lassen: Das bewusste Hantieren mit Ausschnitten, Perspektive, Zoom usw. enthüllt bisher unbeachtete Qualitäten einzelner und zusammengeführter Objekte. Dadurch gelangen wir auch zu neuen Herangehensweisen beim Ordnen, Sortieren und Bewegen unserer Objekte. Somit funktionieren unsere entstandenen Videos und Fotografien als eigenständige Beiträge zu unserer Arbeit.

 

Aus unseren Praxiserfahrungen und den erarbeiteten Potentialen im schriftlichen Teil der Arbeit bestätigt sich für uns die Annahme, dass die Auseinandersetzung mit Sammeln+ und Sammlungen im Kontext des BG-Unterrichts wertvoll ist. Nebst den Möglichkeiten, wie unsere Interviewpartner*innen Sammeln und Sammlungen im Unterrichtskontext verwenden – beispielsweise als Ausgangs- oder Inspirationsmaterial – sehen wir gerade in der Arbeitsweise mit Video und Fotografie eine Möglichkeit, eine Sammlung zum zentralen Inhalt eines künstlerisch-gestalterischen Projekts zu machen.

Unserer Meinung nach ist es unumgänglich, dass eine Sammlung im Bildnerischen Gestalten gepflegt und gelegentlich aktualisiert wird. Das heisst nicht, dass sie nur «neue» Dinge enthalten darf. Die Schüler*innen sollen zudem selber Bezüge zur Sammlung herstellen können. Wir kommen zum Schluss: Wann immer möglich sollen Schüler*innen zu BG-Sammlungen beitragen oder mit eigenen Sammlungen arbeiten können. Wir proklamieren daher eine aktive Auseinandersetzung mit Sammlungen und dem Sammeln, um deren Potential und Facettenreichtum für den Unterricht ausschöpfen zu können.

 

Da die unmittelbare physische Präsenz der Sammlungsobjekte für uns von zentraler Bedeutung ist, möchten wir die Besucher*innen mit dieser Website zu einer aktiven praktischen Auseinandersetzung mit den Themen Sammeln+ und Sammlung anregen, um diese physische Präsenz zu erfahren.